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Magdeburg – Beständig an der Elbe

Magdeburgs Vergangenheit ist ein auf und ab. Von einem Handelszentrum an der Elbe wurde sie zur Messe- und Bischofsstadt. Niedergebrannt im Dreißigjährigen Krieg stand Magdeburg nach mehreren Jahrhunderten als Preußische Festung wieder auf. Im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört, erwachte Magdeburg in sozialistischer Zeit wieder. Nach der Wende wurde Magdeburg Landeshauptstadt vom wiedergegründeten Sachsen-Anhalt und heute steht die Stadt immer noch an der Elbe.

Die Ottonen

Magdeburger-reiter
Magdeburger Reiter

Erste Erwähnungen Magdeburgs gehen auf das Jahr 805 zurück. Karl der Große ließ im Diedenhofer Kapitular den Ort »Magadoburg« eintragen. Doch frühere Faustkeilfunde beweisen, dass schon vor 150.000 Jahren Menschen am Elbufer gelebt haben. Sesshaft wurden die Jäger und Sammler vor etwa 15.000 Jahren. Unter Kaiser Otto I. wurde Magdeburg 919 gegen die angrenzenden Völker der Magyaren und Slawen befestigt, gleichzeitig diente es als Handelszentrum. 929 fand die Hochzeit zwischen Otto I und Editha, Tochter von Edward des Älteren von England, statt. Bei dieser Hochzeit erhielt Editha Magdeburg als Geschenk. In dieser Zeit wurde das Moritzkloster zu Ehren des St. Mauritius gestiftet. Als Editha 946 starb, wurde sie in der Klosterkirche, dem späteren Magdeburger Dom beigesetzt. Otto heiratete danach Adelheid von Italien. Sie beeinflusste die Architektur Magdeburgs sehr stark. 962 erhielten Otto und seine Frau die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches und nur sechs Jahre später wurde Magdeburg in ein Erzbistum verwandelt. Als Kaiser Otto 973 starb, wurde er neben seiner ersten Frau Editha beigesetzt.

Schauplatz des Handels und Krieges

Das Recht Handlungsausstellungen und Konventionen abzuhalten, erhielt Magdeburg im Jahre 1035. Viele Besucher aus fremden Ländern trieben in der Stadt Handel. Die Stadt Magdeburg war als Handelszentrum zur damaligen Zeit auch auf den Färöer-Inseln bekannt, was Münzfunde auf den Färöer-Inseln beweisen.

Otto-von-guericke-denkmal
Otto-von-Guericke-Denkmal

Der Dreißigjährige Krieg war für Magdeburg eine schwarze Zeit, denn die Truppen der Katholischen Liga unter Tilly eroberten 1631 die Stadt und brannten sie nieder. Von mehr als 30.000 Einwohnern blieben wenige Tausend am Leben. Der Westfälische Friede von 1648 konnte die erlittenen Schäden nicht wieder wett machen. Magdeburg geriet unter Brandenburgische Herrschaft. In jener Zeit war auch Otto von Guericke Bürgermeister von Magdeburg. Der Physiker, Erfinder der Luftpumpe führte hier 1654 den berühmten Vakuumversuch mit den Magdeburger Halbkugeln durch. Seit 1666 waren mehr als 15.000 Soldaten in der Stadt stationiert. Der Kurfürst von Brandenburg ließ die im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Befestigungsanlagen wieder aufbauen. Bis in das 18. Jahrhundert wurde die Festung weiter ausgebaut, bis sie unter Friedrich II. 200 Hektar erreichte, dass Stadtgebiet dagegen nur 120 Hektar.

Besitzwechsel und Aufstieg

Während der Napoleonischen Zeit wechselte Magdeburg 1807 in den Besitz Westfalens, um doch sieben Jahre später wieder an Preußen zu fallen. 1816 wurde Magdeburg sogar Hauptstadt der Provinz Sachsen und 1824 eröffnete in Magdeburg eine Börse. Magdeburg wuchs während der Zeit im Deutschen Bund und später im Kaiserreich.

Absturz mit großen Verlusten

Stadtmauer
Stadtmauer

In der Zeit des Zweiten Weltkrieges war Magdeburg mit der Braunkohle-Benzin-AG der größte Treibstofflieferant des dritten Reiches. Die Arbeit wurde bis zum Ende des Krieges durch Zwangsarbeiter aufrecht erhalten. Die Bombardierung Magdeburgs begann 1943. Alliierte Bomberverbände griffen Industriebetriebe die zur Rüstungsproduktion gehörten an. Den schwersten Angriff erlitt Magdeburg am 16. Januar 1945. An diesem Tag wurde über 90 Prozent der Magdeburger Altstadt zerstört, darunter waren 15 Kirchen und viele Gebäude aus barocker Zeit. 16.000 Menschen starben bei diesem Angriff und weitere 190.000 wurden obdachlos. An der Zahl der Toten gemessen, war dies der fünftschwerste Angriff auf eine deutsche Stadt im Zweiten Weltkrieg.

Wiederaufbau nach neuem Vorbild

In der DDR-Zeit und den Jahren nach Kriegsende wurde die Stadt enttrümmert. Aus Geldmangel wurden von den beschädigten Gebäuden nur die Wertvollsten gerettet und restauriert, darunter waren der Magdeburger Dom, das Kloster Unser Lieben Frauen und das Rathaus. Viele Barockhäuser, Häuser der Gründerzeit und des Jugendstils gingen verloren, sie wurden durch Plattenbauten ersetzt, die der Innenstadt und anderen Stadtteilen ein neues Gesicht verliehen. Magdeburg blieb ein Standort des Schwermaschinenbaus und wurde 1952 Bezirksstadt.

Wirren der Wende

Klosterkirche
Klosterkirche

Nach der Wende setzte sich Magdeburg im Sprint um die Landeshauptstadt des wiedergegründeten Sachsen-Anhalt gegen Halle und Dessau durch. Im Magdeburg des wiedervereinigten Deutschlands tat sich viel. Neue Einkaufszentren wie das City Carre und das Allee Center entstanden. Viele alte Gebäude wurden restauriert und auch der Elbauenpark wurde geschaffen, in dem 1999 die Bundesgartenschau (BUGA) stattfand. Ebenfalls neu im Stadtbild ist die »Grüne Zitadelle«, das neue Fußballstadion, die Bördelandhalle, die wiederaufgebaute Sternbrücke und das restaurierte Schauspielhaus. 2003 fanden die Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit in Magdeburg statt und zwei Jahre später feierte die Stadt ihr 1200-jähriges Bestehen.

Magdeburg im Wandel

Hundertwasserhaus
Grüne Zitadelle

Das heutige Magdeburg ist in Bewegung. Der Rückbau der Plattenbauten in den Neubaugebieten führt zu einer Veränderung des Stadtbildes.

Auch der Bevölkerungsrückgang hat dazu seinen Teil beigetragen. Von knapp 290.000 Einwohner nach der Wende sind heute nur noch 230.000 Einwohner übrig. Hierbei wurden Eingemeindungen bereits mitgezählt. Auch die Haushaltsprobleme und die Umsetzung der Sparmaßnahmen beeinflussen das Leben in Magdeburg. Trotzdem weist die Stadt einige kleine Rekorde auf. Sie belegt einen Spitzenplatz mit 2,5 Quadratmetern Verkaufsfläche pro Einwohner und auch als Hochburg des Handballs hat Magdeburg sich einen Namen gemacht.

Straße der Erkundung

Wer Magdeburg erkunden möchte, sollte die Stadt an der Elbe auf dem Breiten Weg erkunden. Begonnen beim Hasselbachplatz, dem Kneipenviertel in Magdeburg, geht es zum Hundertwasserhaus »Grüne Zitadelle« und dem Justizpalast.

Direkt hinter dem Hundertwasserhaus liegt der Domplatz mit Landtag, alter Staatsbank und dem Dom selbst. Einige Meter weiter liegt das Kloster »Unser Lieben Frauen«. Wer auf dem Breiten Weg weitergeht wird an der Leiterstraße vorbeikommen, am Allee Center, am Blauen Bock und am Alten Markt. Der »Alte Markt« ist Hort für den Goldenen Reiter und den Roland.

Hasselbachplatz
Hasselbachplatz

Bewacht vom Rathaus und beobachtet von der Johanneskirche finden hier Veranstaltungen, Feste und Wochenmärkte statt. Der letzte Abschnitt des Breiten Wegs ist der Nordabschnitt. Hier findet sich das Haus der Lehrer und am Ende der Universitätsplatz, an dem das alte Theater grenzt. Wenige Minuten vom Universitätsplatz liegt die Festung Markt, die Jakobstraße und auch die Universität.

Naturliebhaber und Sportfreunde kommen natürlich auch auf ihre Kosten, denn fernab der Innenstadt laden viele kleine und große Parks zum verweilen ein.